März 29th, 2010 16:27

Die Vorgeschichte:

Ich hatte schon sehr lange den Wunsch, mal ein E-Cello auszuprobieren. Thomann hatte mich mit dem 300 Euro Einsteiger-Set überzeugt.

Heute ware es dann endlich soweit: Mein neues E-Cello (bestellt am 13.03.2010), ein Harley Benton HBCE 830BK von Thomann, ist nach langem Warten endlich bei mir eingetroffen. Platzsparend aber trotzdem sehr sicher verstaut habe ich das Paket heute von der Spedition entgegengenommen, und natürlich gleich ausgepackt.

Wenn man den Preis für das Einsteiger-Set im Hinterkopf behält (knapp 300 Euro), darf man natürlich nicht zuviel erwarten.

Optik & Zubehör:

Optisch macht das Gerät einiges her, es entspricht dem “coolen schwarzen” Look den man auch auf dem Verkaufsbild sieht. Die mitgelieferten Kopfhörer und das Kolophonium kann man aber eigentlich direkt in die Tonne werfen, die taugen beide garnichts. Mein Kopfhörer war entweder kaputt oder viel zu leise – ich habe den eines alten MP3-Players verwendet und dieser funktioniert tadellos.
Der Bogen ist aus billigem Holz und anscheinend mit Nylon bespannt. Fühlt sich extrem künstlich an, lässt sich aber mit “richtigem” Kolophonium trotzdem zum Leben erwecken. Für den Einstieg ist der Bogen denke ich schon ausreichend, auf jeden Fall besser als ich erwartet hätte. Trotzdem natürlich kein Vergleich zu einem “richtigen” Bogen.

Die mitgelieferte Tasche aus Stoff erfüllt ihren Zweck und hält auch noch eine kleine und eine größere Tasche (letztere passend für Noten) bereit.

Das Griffbrett hat ein paar kleine Kratzer, die sind allerdings nur aus der Nähe sichtbar. Ich denke auch, dass man diese im Nachhinein noch gut überdecken kann.
Die Saiten sind transportbedingt natürlich bei der Lieferung etwas gelockert – der Steg scheint auch sehr stabil direkt mit dem Körper verbunden zu sein.

Der Unfall & die Rettung durch Thomann:

Leider ist die A-Saite bei der kleinsten Drehung am Wirbel direkt gerissen. Die restlichen Saiten ließen sich problemlos stimmen. Ich habe das Thomann so per E-Mail mitgeteilt, und freundlicherweise hat man mir schon nach wenigen Minuten ein kostenloses Ersatz-Saiten-Set versprochen. Das ist wieder einmal klasse Service, danke Thomann!
Mein Cello ist nun also gestimmt, hat aber leider keine A-Saite. Trotzdem möchte ich es nun natürlich ausprobieren!

Die ersten Gehversuche:

Ich habe dann wie oben schon geschrieben erstmal festgestellt, dass die mitgelieferten Kopfhörer entweder kaputt oder viel zu leise sind. Auch bei meinen verwendeten Kopfhörern muss ich den Lautstärkeregler des E-Cellos bis an den Anschlag aufdrehen, um etwas zu hören. Für den Preis finde ich das, was ich per Kopfhörer höre, schonmal garnicht übel.
Unverstärkt ist das Instrument leise genug, dass ich damit sicher auch mal zu einer späteren Stunde spielen kann, ohne alle Nachbarn zu wecken.

Das kleine schwarze horizontale Stück auf dem Bild des Instruments, was ich vorher nicht richtig zuordnen konnte, ist dafür gedacht den Auflagepunkt am Oberkörper zu unterstützen – der Korpus fehlt ja.
Es fühlt sich momentan noch etwas ungewohnt an, und da dieser “Abstandhalter” klappbar ist, ist es auch insgesamt leicht wacklig.

Weitere Pläne:

Am Wochenende bekomme ich einen alten E-Gitarren-Verstärker geliehen und bin schon sehr auf den Klang damit – vielleicht ja dann auch schon wieder mit A-Saite – gespannt. Mit vollständiger Besaitung werde ich dann auch mal versuchen, ein paar bekannte Stücke auf dem neuen Instrument zu üben.

Ich werde selbstverständlich weiter über meine Erfahrungen mit meiner neuen Errungenschaft berichten!

Das Fazit:

Mein Fazit zum Ersteindruck: Wenn man auf vorhandenes Zubehör (Kopfhörer und Kolophonium Pflicht, Bogen wäre auch gut) zurückgreifen kann, ist das Harley Benton HBCE 830BK für diesen Preis auf jeden Fall ein gutes Einstiegs-E-Cello. Die Lieferung hat nur so lange gedauert, weil Thomann selbst auch auf die Zulieferung warten musste. Es eignet sich, zumindest nach dem Ersteindruck, definitiv auch als “Silent Cello”, d.h. zum nahezu lautlosen Üben.

Noch ein kleiner Tipp: Damit ihr nicht wie ich schwarze Finger nach den ersten Versuchen habt, solltet ihr das Griffbrett vor der ersten Nutzung gründlich reinigen ;)

Falls ich euer Interesse für das Angebot von Thomann geweckt habe, hier kommt ihr direkt hin: Harley Benton HBCE 830BK E-Cello von Thomann.

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10 Kommentare zu “Ersteindruck: Harley Benton HBCE 830BK E-Cello von Thomann”

  1. e-cello harley benton Says:

    [...] zusammen, heute kam das Harley Benton (in Schwarz) E-Cello von Thomann bei mir an. Ich habe einen Blogpost zu meinem Ersteindruck dazu verfasst. Cello Musik Blog Zitieren   + Antworten [...]

  2. The Exalted One Says:

    ich erwarte selbstverständlich in naher zukunft ein herzzerreißendes Ständchen… ^^

  3. Marcus Schultz Says:

    Weiterhin viel Spaß mit dem Instrument! :-)

  4. Rebecca Says:

    klingt sehr interessant, und spaßig! Bin mal gespannt auf deine weitere Erfahrungen damit!

  5. susanne werner Says:

    hab´s mir auch bestellt, kommt hoffentlich bald, freue mich über weitere erfahrungsberichte von dir!

  6. Karsten Says:

    So, der nächste Artikel ist fertig: http://www.cello-spielen.de/2010/04/08/mein-harley-benton-e-cello-von-thomann-fortschritte-nach-einer-woche/

    Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren :)

  7. Mein Harley Benton E-Cello von Thomann – Fortschritte nach einer Woche - Cello-Spielen.de Says:

    [...] Hier nochmal der Link zum vorherigen Artikel: Ersteindruck: Harley Benton HBCE 830BK E-Cello von Thomann [...]

  8. Eure Top 10 nach 100 Artikeln - Cello-Spielen.de Says:

    [...] Ersteindruck: Harley Benton HBCE 830BK E-Cello von Thomann [...]

  9. Cellina Says:

    Hoi.

    Hab das “Harley Benton HBCE 810FR E-Cello” vom thomann. Der “Rahmen” ist da S-förmig, statt 8-förmig, selten.

    Zuerst das Griffbrett mit reinem Alkohol komplett entschweint, dann sieht das auch toll gleichmäßig aus. Übrigens kann die Prozedur nach langem extatischen Sessions auch mal sinnvoll sein wegen Fingerschweiß.

    Die Saiten sind suboptimal (bissl träge, Geschmackssache…), aber brauchbar. Unbedingt vor erster Benutzung und gelegentlich mit reinem Alkohol gründlich putzen. Dazu entweder abnehmen oder eben aufpassen, daß kein Alk wo drankommt.

    Der Bogen ist gar nicht verkehrt und hat definitiv chinesisches oder mongolisches Roßhaar – kein Nylon, was meines Erachtens auch gar nicht spielen würde. An optischen Details kann man sehen, daß der Bogen etwas sparsam hergestellt wurde, aber spielen tut der wirklich gut und die technische Qualität paßt auch. Richtig einstellen muß man den Bogen aber schon!

    Das Kolophonium ist “Patrick USA Resin” (China?). Nun ja, schon eine härtere Sorte, aber tatsächlich ganz gut! Einfach vor dem ersten Kolophonieren bissl mit reinem Alkohol benetzen. Wenn die Klebrigkeit weg ist (Fingertest), Bogen drüberziehen bis überall an den Haaren so ein ganz feiner matter Kolophoniumbelag ist. Dann den Bogen entspannen und ein paar mal ausklopfen (Haare nicht berühren!) und durch die Luft peitschen (Achtung, umstehende Personen verschonen), um eventuelles Zuviel oder Krümel aus den Haaren zu bekommen. Nachdem das Kolophonium wieder normal abgetrocknet ist, läßt sich damit ganz normal und gut arbeiten.

    Ein dickes Problem sind die Buchsen in dem Verstärkermodul, das HB überall verbaut!
    Die sind so auf die Platine gelötet, daß ein eingesteckter Stecker bald den Schutzlack der Platine mit der Spitze durchbohrt und dann kommt es zum Kurzschluß mit den Leiterbahnen, der die seltsamsten Pränomene (u.A. leiser Ton, Knacken, Pfeifen, Totalausfall,…) verursacht. Abhilfe: Andere Buchsen verbauen, oder die Dinger ablöten und ein Stückchen Overhead-Folie oder von festen Blisterpackungen mit kleinen Löchern passend zu den Pins versehen und so draufstecken, daß die Pins durchgehen, aber der “Innenraum” komplett gedeckelt ist. Dann die Buchsen wieder auf die Platine löten. Fertig. Folie ist unter den Buchsen und wird durch die Pins am Ort gehalten.

    Die Kopfhörer sind kein HiFi, aber zum Üben tun sie es eine Weile.

    Das Spielgefühl ist prinzipbedingt schon anders, als bei einem akkustischen Cello. Maß muß es mögen (lernen).

    Der Sound ist schon geil apokalyptisch, besonders nach Verzerrer. Im Orchester wird jeder damit blitzartig vor die Tür befördert, klar, dafür ist so ein günstiges E-Cello auch nicht gemacht.

    Mir macht das E-Cello nach erfolgter Bastelarbeit am Verstärkermodul richtig Freude.

    Beste Grüße
    c

  10. Sepii Says:

    Heyya
    Ich lern jz cello seit ca. 2 Jahren
    Hab allerdings seit ich 6 bin (jz 14) alle streichinstrumente durch aussa viola und dadurch glaube ich schon etwas erfahrung
    Ich träum jz schon lange von nem e cello
    Könnt ihr mirs denn wirklich empfehlen oder soll ich mich weiter unschaun ?

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